Pressetext von Cornelia Nebbioso

Gepostet von am Jun 22, 2013 in News | Keine Kommentare

Pressetext von Cornelia Nebbioso

Da der Text, den Cornelia Nebbioso am 17.06.13 für das Weil der Städter Wochenblatt geschrieben hat, sehr gekürzt werden musste hat sie angeboten ihn komplett auf die Homepage zu stellen. Hier ist er:

 

 

 

Alter Merklinger Sportplatz wurde durch die 72-Stunden-Aktion Naherholungsplatz

Am Sonntag um 17.07 Uhr fand die deutschlandweite Aktion „72 Stunden – uns schickt der Himmel“ bei einem Gottesdienst unter freien Himmel ihren erfolgreichen Abschluss. Eine Sozialaktion vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). In Weil der Stadt wurde das stellvertretend für die katholische Kirche von der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) – Stamm St. Peter & Paul Weil der Stadt – organisiert. Ziel der Aktion war es, ein soziales Projekt innerhalb von 72 Stunden umzusetzen.
Dieses Jahr hatte das 72-Stunden-Team ein sehr großes gemeinnütziges Projekt in Angriff genommen. Auf dem Gelände des alten Merklinger Sportplatzes hinter dem Trimm-Dich-Pfad entstand auf dem weitläufigen Grundstück von Donnerstag bis Sonntag ein echtes „Erholungsfeld“. Wo zuvor nur Wiese und zwei wilde, illegale Feuerstellen waren, ist jetzt ein wunderschöner Grill- und Rastplatz für die ganze Familie entstanden. Dabei wurde an wirklich alles gedacht: überdachtes Grillhäuschen mit 4 Schwenkrosten, insgesamt 4 einbetonierte Sitzgarnituren inkl. fest verankerten Mülleimern, idyllische Baumbank und zwei kleine Fußballtore – sogenannte Street-Soccer-Tore – zum geordneten Fußballspiel. Ein gelungener Mix aus Erholungsort und öffentlicher Grillstelle.

In allen fünf Teilorten von Weil der Stadt gab es bisher keinen offiziellen Grillplatz mehr. Statt öffentlicher Grillmöglichkeiten gibt es hier und da nur illegale Feuerstellen. So ein offizieller Platz stellt aber auch die Stadtverwaltung vor eine größere Aufgabe. Da geht es schließlich um viel mehr als nur darum, eine Platzordnung aufzustellen. Die Vorbereitungen mit der Stadt, darunter dem Ordnungsamt, dem Bauhof, dem Hauptamtleiter und dem Bürgermeister selbst, liefen bereits seit mehreren Monaten.

Geführt von den 4 Hauptverantwortlichen Steffen Rüger, Sarah Dennochweiler, Patrick Mollekopf und Gerhard Weiner verschaffte sich Schirmherr Thilo Schreiber am Samstagmorgen einen Überblick auf dem Aktionsgelände. Der Bürgermeister wollte eigentlich ein Vesper mitbringen. Aber bei der guten Feldküche der Pfadfinderschaft, wäre das wie Wasser zum Brunnen zu tragen. So entschied er sich dafür, die rund 85 aktiven Helfer neben seinen vielen anerkennenden Worte, auch mit einem Berg voll Süßigkeiten zu beglücken. Das kam bei den jungen Helfern und Helferinnen sehr gut an.
Herr Schreiber unterstrich und lobte den gemeinnützigen Zweck und den richtigen Mix auf dem Gelände aus Spiel, Spaß und Entspannung. Mit dem Konzept wäre man auch den Anliegern sehr entgegengekommen, die schon im Vorfeld erste Bedenken geäußert hätten. Der Platz sollte zur Naherholung dienen, Möglichkeit zum Ausruhen geben, sich beim Wandern oder Fahrradfahren einfach mal hinsetzen und die Natur genießen zu können. Und natürlich auch zum geselligen Miteinander bei Grillgut und Picknickkorb beitragen.

Mit welchen Mitteln
Die ganze Aktion hat sich rein aus Sach- und Geld-Spenden finanziert. Die Stadtverwaltung selbst hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu beigetragen. Neben vielen Verwaltungstechnischen Aufgaben steuerte sie das Kopfsteinpflaster für die Grillstellenumrandung, die Mülleimer an den Sitzgarnituren und ein paar Schilderhülsen bei. Der städtische Bauhof unter Leitung von Ralf Wöschler hat aber sämtliche Transporte übernommen, wie Beton auf den Platz fahren, mit Unimog und Radlader mehrfach anrücken und am Samstag Nachmittag mit dem städtischen Kranwagen das Dach der Grillstation draufheben. Der Bauhof hat zudem das Toilettenhäuschen zur Verfügung gestellt und den Strom- und Wasseranschluss während der Aktionsarbeiten sichergestellt. „Das war eine super Zusammenarbeit zwischen uns und dem Team vom Bauhof“, lobt Steffen Rüger.
Das restliche Material wie die stabilen Sitzgarnituren, Holz- und Steine für die Grillstation, die Fußballtore und die robuste Baumrundbank wurde komplett mit den Sponsorengeldern eingekauft. Zwar wurden die hochwertige öffentliche Ausstattung über den Bauhof Merklingen abgestimmt und eingekauft, aber nur weil diese bei öffentlichen Ausstattern für öffentliche Anlagen auch die richtigen Beziehungen haben, die besseren Konditionen bekommen und an das richtige Mobiliar für kommunale Außenanlagen kommen. Die Metall- und Schweißerarbeiten sowie die robusten Grillroste übernahm komplett die Schlosserei Auchter. Auch die Steine für die Grillstelle und das restliche Baumaterial wurde von den gespendeten Geldern – aber sinnvoller Weise über die Sponsorenfirmen – eingekauft, die im Sinne der Aktion mit den Zulieferern verhandelt hatten.

Überraschungen
Während des Schaffensprozesses gab es dann auch so einiges Unvorhersehbares. Das Betonwerk hatte beispielsweise am Freitag Nachmittag schon zu, so musste der ganze Beton auch noch selbst angemischt werden. Und weil keiner damit gerechnet hatte, wie dick der Baumstamm tatsächlich war, für den die idyllische Baumbank bestimmt war, musste kurzer Hand ein Betonsockel um den Stamm gegossen werden. Sonst wäre die Rundbank über dem Boden geschwebt.
Aber verglichen mit anderen Orten, wie z.B. Renningen, die durch das Hochwasser der vergangenen Wochen ihre 72-Std.-Aktionen gar nicht durchführen konnten, herrschten oben auf dem alten Merklinger Sportplatz ansonsten ideale Verhältnisse. Vom Platz selbst, der gut anzufahren war, die Beschaffenheit des Untergrunds, dessen Grasnarbe die Arbeiten und das Aktionslager gut überlebt haben sowie der Wettergott, der es mehr als gut gemeint hat. Kein Wunder, die Aktion heißt ja auch „72-Stunden – uns schickt der Himmel“.
Am Freitag gab sogar Besuch von Radio ENERGY Stuttgart, die live vom Aktionsgelände berichteten. „Weil wir uns für die eine der beiden Sitzplatzgruppen noch etwas Schatten wünschten, hat sich spontan ein Hörer gemeldet und uns einen jungen, 2 Meter hohen Kastanienbaum gespendet. Den konnten wir mittlerweile schon einpflanzen!“ freut sich Hardy, alias Gerhard Weiner. Auch sonst ging es in den 72 Stunden durchgehend gut gelaunt voran. Die Pfadis hatten für die Aktion extra eine Zeltstadt aufgebaut um auf dem Aktionsgelände übernachten zu können. So waren alle Verantwortlichen und Helfer, darunter vorwiegend Pfadfinder und Ministranten, rund um die Uhr vor Ort. Nicht zugucken sondern anpacken hieß die Devise. Und das wurde durchweg eingehalten mit Tatkraft und Kreativität.

Aktiv für andere die Initiative ergreifen, das ist mehr als nur helfen. Der Refrain des Hauptliedes aus dem Abschlussgottesdienst am Sonntag um 17:07 Uhr auf dem Aktionsgelände bringt es auf den Punkt: „Kommt lasst und den Anfang machen. Wir probieren neue Sachen. Wir brauche Mut und Phantasie, sonst ändern wir die Erde nie! Flinke Hände, flinke Füße, wache Augen, weites Herz. Freundschaft die zusammenhält, so verändern wir die Welt.“
Es braucht immer viele die mit anpacken, um etwas Wunderbares entstehen zu lassen. Aber leider nur wenige, die es auch wieder kaputt machen könnten. Jetzt sind alle aus der Bevölkerung aufgerufen, Acht zu geben, dass das Geschaffene ganz lange so schön bleibt und alle etwas davon haben. Die offizielle Einweihung findet in gut 2 Wochen statt.

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